Einblicke in Rocky Mountain Crime Teil 5
On 27. Juni 2017 | 0 Comments

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 Einblicke in Rocky Mountain Crime  Teil 5 

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„Es ist kompliziert“, murmelte sie.
„Ach, ist es das nicht immer?“, fragte Eve ungerührt. Sie warf Dagobert einen verstohlenen Blick zu, den dieser finster erwiderte.
Valentina schaute aufmerksam von Eve zu Dagobert und wieder zurück. Zwischen den beiden waren starke Emotionen spürbar. Was wohl die Geschichte dahinter war? Auf den ersten Blick war es fast unmöglich, sich vorzustellen, dass die beiden irgendetwas miteinander zu tun haben könnten. Der alte Säufer schien so gar nicht in Eves Beuteschema zu passen. Auf der anderen Seite waren beide sehr vielschichtige Persönlichkeiten. Mit einer Menge Jahre auf dem Buckel. Wer wusste da schon, was sie zusammen alles erlebt hatten?
Eve wandte ihre Aufmerksamkeit wieder Valentina zu.
„Also, du hast es im Griff. Heißt das, er ist das Problem?“
Das entlockte Valentina ein überraschtes Lachen.
„Das könnte man wohl so sagen“, schnaubte sie.
Als ihr das spekulierende Funkeln in den Augen der anderen Frau auffiel, fügte sie hastig hinzu: „Nicht in dem Bereich. Da braucht er keine Nachhilfe. Und auch keine medikamentöse Unterstützung.“
„Ha! Du hast wohl Angst, dass er nicht mehr zu dir zurückkommt, wenn ich mit ihm fertig bin.“
So langsam begann Valentina die Unterhaltung Spaß zu machen. Auf jeden Fall war es amüsanter, als mit Bodo einseitige Gespräche zu führen. Sie warf ihm einen Blick zu. Er hatte sich in der Zwischenzeit auf den Rücken gelegt und streckte alle vier Beine in die Luft. Seine langen Ohren lagen wie zwei Flügel links und rechts neben seinem Kopf auf dem Boden. Ein Engel auf vier Pfoten. Aber zurück zu Eve und Big A. Sie grinste, als sie sich vorstellte, wie Eve ihm Nachhilfeunterricht anbot.
„Ich bin sicher, er wäre dir bis ans Ende seines Lebens verfallen“, versicherte sie Eve.
„Das sind sie alle. Nun ja. Fast alle. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.“
Ihr Blick flitzte wieder in Dagoberts Richtung.
Spannend, spannend, dachte Valentina. Aber ein Thema für einen anderen Tag. Jetzt wollte sie erst einmal von Eves üppigen Lebenserfahrung profitieren. Vielleicht half es ihr tatsächlich, die Situation klarer zu sehen.
„Also gut. Wir sind Freunde. Sehr gute Freunde. Mit gewissen Vorzügen“, sagte sie schließlich. Sie schaute sich im Raum um. „Aber wir wollten es eigentlich für uns behalten.“
„Ja, richtig. Als ob das funktionieren würde in dieser wunderbaren Stadt, wo Klatsch und Tratsch quasi ein Volkssport ist.“
Valentina zog ein wenig den Kopf ein.
„Es war einen Versuch wert.“
Eve ignorierte ihren Ausbruch und hob fragend die Augenbrauen.
„Freunde-mit-gewissen-Vorzügen. Das ist ja wunderbar. Gut für dich.“ Als Valentina ihr nicht sogleich freudig zustimmte, stutzte sie und nickte dann. „Richtig. Offensichtlich nicht so unproblematisch wie es klingt.“
Valentina seufzte.
„Nein. Doch. Ach, ich weiß doch auch nicht. Ursprünglich schien es eine hervorragende Idee zu sein.“ Erinnerungen von Big A’s großem, muskulösen Körper, seinen talentierten Händen und seinen tollen Küssen stürzten auf sie ein. „War es auch“, fügte sie gedankenverloren hinzu.
„Und jetzt?“
Valentina hob den Kopf und schaute Eve direkt in die Augen.
„Auf einmal ist es nicht mehr genug.“
„Oh.“
„Genau. Oh. Und jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll.“
„Was sagt er denn dazu? So, wie er dich jeweils ansieht, wenn ihr zusammen unterwegs seid, hätte ich nicht gedacht, dass er etwas dagegen hätte, eure Beziehung auf den nächsten Level zu heben.“
Überrascht weiteten sich Valentinas Augen.
„Er schaut mich auf eine bestimmte Art und Weise an? Ehrlich?“
Sie schaffte es nicht ganz, die Aufregung in ihrer Stimme zu verbergen. Schlimm. Wie alt war sie? Vierzehn? Es machte ganz den Anschein.
Das dachte Eve offenbar auch. Ganz unladylike verdrehte sie die Augen.
„Was für eine Frage. Er sieht dich definitiv so an, als wärst du das Beste, dass ihm je passiert ist. Alle anderen hält er mit einer deutlichen Warnung im Blick auf Abstand. Ich wette, du wirst nicht oft angeflirtet?“
Valentina runzelte die Stirn.
„Jetzt wo du das sagst…“
„Na, siehst du. Also geh und sprich mit ihm.“
Mit ihm sprechen? Ja, wieso eigentlich nicht. Gut möglich, dass er insgeheim auch von einem Haus und 2.4 Kindern träumte. Oder auch nicht. Valentinas Blick verdüsterte sich.
„Ganz so einfach ist es nicht.“
„Und warum nicht?“
„Weil er in letzter Zeit immer seltener Zuhause ist. Mysteriöse Ausflüge macht. Vorzugsweise abends und nachts.“ Sie schluckte. „Was, wenn er eine andere Frau kennengelernt hat?“
Eve schnaubte.
„Und deshalb hängst du mit Bodo in der Bar rum und bläst Trübsal?“
„Äh, ja?“
War das etwa eine Fangfrage?
Betrübt schüttelte die andere Frau den Kopf.
„Dabei hatte ich gemeint, gehört zu haben, du seist eine erfolgreiche FBI-Agentin gewesen.“
„War ich auch“, protestierte Valentina.
„Tatsächlich? Und weshalb findest du dann nicht heraus, was dein Lover so umtreibt? Ich hätte gedacht, das wäre ein Kinderspiel für dich.“ Eve schaute sie herausfordernd an.
„Du meinst, ihn beschatten?“
Eve nickte ungerührt. Valentina biss sich auf die Lippen, während sie den Vorschlag in ihrem Kopf hin und her drehte. Wieso eigentlich nicht?
Vielleicht, weil du die Antwort lieber nicht kennen willst?, flüsterte eine Stimme in ihrem Hinterkopf. Entschlossen schob sie den Einwand weg. Alles war besser, als dieses ewige Spekulieren.
Spontan beugte sie sich vor und küsste die ältere Frau auf die Wange.
„Gute Idee. Ausgezeichnete Idee.“
Eve lachte leise.
„Das habe ich schon ein-, zweimal gehört in meinem Leben.“
„Das glaube ich dir sofort. Danke! Ich muss los.“
Zufrieden nickte Eve.
„Schon viel besser. Viel Glück.“
Bodo, der die Aufbruchsstimmung spürte, kam auf die Füße und schüttelte sich, dass die Ohren schlackerten. Vorsichtig mit dem Schwanz wedelnd beobachtete er seine neue Besitzerin. Er war sich noch nicht ganz sicher, ob sie ihn auch tatsächlich mitnehmen würde. So viel hatte sich in letzter Zeit in seinem Hundeleben verändert, dass er seinem Glück nicht ganz traute.
Sein abwartender Gesichtsausdruck brach Valentina fast das Herz. Sie beugte sich hinunter und strich ihm über den Kopf.
„Keine Angst. Du gehörst jetzt zu mir.“
Bei ihrer liebevollen Berührung entspannte sich der Hund sichtlich. Sie mit seinem gesunden Auge sorgfältig im Blick haltend, folgte er ihr durchs Diner zur Tür.
Eve drehte sich um und winkte Miss Minnie zu sich heran.
„Ja?“
„Ich würde gerne meinen Wetteinsatz erhöhen.“
„Dachte ich mir schon“, antwortete Miss Minnie, der so schnell nichts entging, grinsend und zog ein schwarzes Notizbuch aus ihrer Schürze.

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